Gesundheitsversorgung ist Sozialpolitik:: Reformen dürfen nicht auf dem Rücken von Pflegekräften und Patientinnen und Patienten ausgetragen werden
Die größte Stärke unseres Gesundheitswesens sind die Menschen, die dort arbeiten.
Anlässlich der Demonstration für eine sichere Gesundheitsversorgung und starke Pflege am Mittwoch, den 10. Juni, auf dem Platz der Menschenrechte in Hannover warnt Eva Bender, SPD-Kandidatin für das Amt der Regionspräsidentin, vor den Folgen zusätzlicher finanzieller Belastungen für Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen durch die Planungen des Bundes.
„Gesundheitsversorgung ist weit mehr als Krankenhauspolitik. Sie entscheidet darüber, ob Menschen im Krankheitsfall Hilfe bekommen, ob ältere Menschen gut versorgt werden und ob Familien sich darauf verlassen können, dass Unterstützung erreichbar ist. Deshalb ist Gesundheitsversorgung immer auch Sozialpolitik."
Die Region Hannover steht in den kommenden Jahren vor tiefgreifenden Veränderungen in der Gesundheitsversorgung. Mit der Umsetzung der Krankenhausreform, der Weiterentwicklung der Medizinstrategie und dem demografischen Wandel müssen Versorgungsstrukturen neu organisiert werden. Gleichzeitig wächst der Druck auf Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und Beschäftigte.
„Reformen können notwendig sein. Aber sie dürfen nicht dazu führen, dass Personal fehlt, Pflege weiter belastet wird oder die Versorgung vor Ort schlechter wird. Wer Qualität erwartet, muss auch die Voraussetzungen dafür schaffen."
Besonders kritisch sind die aktuellen Pläne des Bundes
Besonders kritisch sieht Bender die aktuellen Pläne des Bundes, mit denen die Finanzierungsprobleme der gesetzlichen Krankenversicherung teilweise auf die Krankenhäuser verlagert werden sollen. Schon heute arbeiten viele Einrichtungen unter erheblichem wirtschaftlichem Druck. Bundesweit schreiben zahlreiche Krankenhäuser rote Zahlen, während Personal-, Energie- und Sachkosten weiter steigen. Die Folgen wären am Ende nicht nur in den Bilanzen sichtbar, sondern unmittelbar bei den Patientinnen und Patienten.
„Die größte Stärke unseres Gesundheitswesens sind die Menschen, die dort arbeiten. Pflegekräfte, Therapeutinnen und Therapeuten, Ärztinnen und Ärzte sowie alle weiteren Beschäftigten sorgen jeden Tag dafür, dass Versorgung funktioniert. Wer Tarifsteigerungen nicht ausreichend refinanziert oder Pflegebudgets begrenzt, gefährdet am Ende die Versorgung selbst."
Für die Region Hannover sei dabei besonders wichtig, die Gesundheitsversorgung als gemeinsame Aufgabe zu verstehen. Neben dem Klinikum Region Hannover leisten freigemeinnützige Träger wie DIAKOVERE einen unverzichtbaren Beitrag zur Versorgung der Bevölkerung. Gemeinsam tragen laut Bender öffentliche und freigemeinnützige Träger die Verantwortung für die Menschen in der Region – und brauchen faire Rahmenbedingungen und eine verlässliche Finanzierung. Gerade in einer Region mit mehr als 1,2 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern müsse Versorgungssicherheit oberste Priorität haben. Dazu gehörten leistungsfähige Krankenhäuser, eine starke Pflege, eine gute ambulante Versorgung und verlässliche Angebote für ältere Menschen und ihre Angehörigen. „Krankheit, Pflegebedürftigkeit, Alter, Armut und Mobilität hängen eng zusammen. Wer Versorgung sichern will, muss die gesamte Lebensrealität der Menschen in den Blick nehmen. Deshalb müssen Gesundheitsplanung, Pflegeplanung und Sozialplanung künftig noch stärker zusammen gedacht werden."
Die Demonstration in Hannover sei deshalb ein wichtiges Signal.
Die Beschäftigten im Gesundheitswesen gehen nicht auf die Straße, weil sie Reformen verhindern wollen. Sie gehen auf die Straße, weil sie jeden Tag erleben, wo die Belastungsgrenzen erreicht sind. Diese Stimmen verdienen Respekt - und sie müssen in den politischen Entscheidungen gehört werden.
Abschließend erklärt Eva Bender: "Die Region Hannover hat eine Gesundheitsversorgung, die verlässlich, wohnortnah und für alle erreichbar bleiben muss. Pflege ist kein Kostenfaktor. Pflege ist eine tragende Säule unseres gesellschaftlichen Zusammenhalts. Wer an der Pflege spart, spart am falschen Ende. Gesundheitsversorgung ist Daseinsvorsorge - und sie gehört zu den wichtigsten sozialen Aufgaben unserer Zeit."