Mobilität darf keine Frage des Geldbeutels sein.

Die Sicherstellung einer verlässlichen, bezahlbaren und nachhaltigen Mobilität sowie Schülerbeförderung ist eine zentrale Voraussetzung für Bildungsgerechtigkeit und gesellschaftliche Teilhabe. Angesichts steigender Lebenshaltungskosten und wachsender finanzieller Belastungen für Familien legen Axel von der Ohe als Oberbürgermeisterkandidat und Eva Bender als Kandidatin für das Amt der Regionspräsidentin ein umfassendes Konzept vor, das kurzfristige Entlastungen mit langfristigen strukturellen Verbesserungen verbindet.

Rücknahme der Preiserhöhung der Jugendnetzkarte

Ein zentraler erster Schritt besteht in der Rücknahme der Erhöhung des Preises der Jugendnetzkarte von 15 auf 18 Euro. Diese Maßnahme wirkt unmittelbar entlastend für Familien und junge Menschen, die in besonderem Maße auf den öffentlichen Personennahverkehr angewiesen sind. Die Absenkung des Ticketpreises stärkt die Attraktivität des ÖPNV und trägt zugleich zur Förderung der Bildungsgerechtigkeit bei, da Mobilität eine grundlegende Voraussetzung für den Zugang zu schulischen Angeboten ist. Darüber hinaus unterstützt sie verkehrspolitische Zielsetzungen, indem sie Anreize zur Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel schafft. Die Umsetzung ist zum Schuljahresbeginn 2027 vorgesehen.

Ausweitung der Förderberechtigung auf alle Schüler der Klassen 5 bis 13

Ein zentraler Bestandteil der strukturellen Reform ist die langfristig geplante Ausweitung der Förderberechtigung für die Schülerbeförderung. Zukünftig sollen alle Schülerinnen und Schüler ab der fünften Klasse bis zu Sekundarstufe II Anspruch auf die Unterstützung erhalten, sofern ihr Schulweg mehr als zwei Kilometer beträgt. Diese Maßnahme beseitigt bestehende Ungleichheiten im System und gewährleistet eine gerechtere Mobilität für alle Altersgruppen. Sie erleichtert nicht nur den regelmäßigen Schulbesuch, sondern verbessert auch die Teilnahme an Ganztagsangeboten, Arbeitsgemeinschaften und sozialen Aktivitäten.

Einrichtung eines Fahrgastbeirats

Zur stärkeren Einbindung der Betroffenen ist die Einrichtung eines Fahrgastbeirats geplant. Dieses Gremium soll allen Betroffenen, wie auch Schülerinnen und Schülern und Seniorinnen und Senioren, die Möglichkeit geben, ihre Perspektiven und Erfahrungen direkt in die Weiterentwicklung des ÖPNV einzubringen. Der Beirat fungiert als Schnittstelle zwischen Politik, Verkehrsunternehmen und Nutzenden. Er kann konkrete Verbesserungsvorschläge erarbeiten, Problemfelder benennen und zur Qualitätssicherung beitragen. Dadurch wird eine bedarfsgerechtere und praxisnahe Ausgestaltung des ÖPNV und der Schülerbeförderung sichergestellt.

Mit einem Fahrgastbeirat wollen wir die Perspektiven der Menschen stärker in die Weiterentwicklung des ÖPNV einbeziehen.

Stärkung interkommunaler Verbindungen

Ein Schwerpunkt liegt auf der Verbesserung interkommunaler Verkehrsverbindungen. Auch Schülerinnen und Schüler sind täglich über Stadt- und Gemeindegrenzen hinweg unterwegs. Hier besteht weiterhin Optimierungsbedarf, insbesondere bei Taktung, Umstiegszeiten und Linienführung. Das Konzept sieht vor, bestehende Verkehrsangebote besser aufeinander abzustimmen und gezielt auszubauen. Durch eine engere Verzahnung von Bus- und Bahnverbindungen sowie eine verbesserte Abstimmung mit Schulzeiten sollen Wege verkürzt und Wartezeiten reduziert werden. Dies erhöht nicht nur die Attraktivität des ÖPNV, sondern trägt auch zur Reduzierung des Individualverkehrs bei.

Langfristige strategische Weiterentwicklung

Die Rücknahme der Preiserhöhung der Jugendnetzkarte und die zukünftige Ausweitung der Förderberechtigung sind dabei der Anfang, kein Endpunkt. Wir wollen den ÖPNV auch für junge Menschen dauerhaft attraktiver machen: durch optimierte Tarifstrukturen, bessere Taktung auf Schulwegen und den Einsatz digitaler Instrumente. Unser langfristiges Anliegen ist es, gemeinsam mit Bund und Land an Modellen zu arbeiten, die perspektivisch einen kostenfreien ÖPNV für alle Schülerinnen und Schüler ermöglichen. Dafür braucht es aber eine finanziell bessere Ausstattung für die Kommunen. Das Modell eines kostenfreien Schülerinen ÖPNVs würde für die Region rund 55 Millionen Euro kosten. Das ist angesichts der finanziellen Unterfinanzierung der Kommunen kurzfristig nicht zu leisten. Wer das den Menschen trotzdem verspricht weckt Hoffnungen, die bitter enttäuscht werden.