Mentale Gesundheit stärken:: Eva Bender stellt umfassendes Präventionskonzept für die Region Hannover vor
Zukunftsängste, Leistungsdruck, Einsamkeit und psychische Belastungen – diese Themen haben sich in den vergangenen Monaten wie ein roter Faden durch die Gespräche mit Kindern und Jugendlichen, Eltern, Lehrkräften, Ärztinnen und Ärzten sowie zahlreichen Fachkräften aus Bildung, Jugendhilfe und Gesundheitswesen gezogen. Immer wieder wurde deutlich: Die mentale Gesundheit, insbesondere junger Menschen, gehört zu den größten gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit.
Vor diesem Hintergrund hat Eva Bender heute gemeinsam mit den Experten Prof. Dr. Axel Haverich und Dr. Burkhard Neuhaus das Konzept „Mentale Gesundheit stärken – Prävention über alle Lebensphasen hinweg" vorgestellt. Das Konzept verfolgt einen lebensphasenübergreifenden Ansatz und zeigt auf, wie die Region Hannover Prävention künftig stärker in den Mittelpunkt ihrer Gesundheits- und Sozialpolitik rücken kann.
Prävention ist kein Kostenfaktor, sondern eine Investition in die Zukunft unserer Region.
„In nahezu jedem Gespräch wurde deutlich, wie groß die Sorgen vieler Menschen um die psychische Gesundheit sind. Gerade Kinder und Jugendliche haben uns eindrücklich geschildert, welchen Belastungen sie tagtäglich ausgesetzt sind. Diese Erfahrungen dürfen wir nicht ignorieren. Wir müssen früher handeln – bevor aus Belastungen Erkrankungen werden. Prävention muss deshalb zu einem zentralen Bestandteil regionaler Gesundheitspolitik werden", erklärt Eva Bender.
Das Konzept baut auf bestehenden Angeboten in der Region Hannover auf und entwickelt diese konsequent weiter. Ziel ist es, vorhandene Strukturen besser miteinander zu vernetzen, Versorgungslücken zu schließen und den Zugang zu Beratungs- und Unterstützungsangeboten für alle Menschen einfacher und niedrigschwelliger zu gestalten.
Im Rahmen der Pressekonferenz machten Prof. Dr. Axel Haverich und Dr. Burkhard Neuhaus deutlich, dass psychische Gesundheit längst nicht mehr ausschließlich ein Thema des Gesundheitswesens ist. Frühzeitige Prävention, eine enge Zusammenarbeit zwischen Schulen, Familien, Gesundheitswesen, Kommunen und Zivilgesellschaft sowie niedrigschwellige Unterstützungsangebote seien entscheidend, um psychische Belastungen frühzeitig zu erkennen und wirksam zu begegnen.
„Wenn Kinder und Jugendliche aufgrund einer Schulvermeidung nicht mehr zur Schule gehen können, verlieren sie nicht nur Unterricht, sondern oft auch ihre soziale Teilhabe und wichtige Zukunftsperspektiven. Bei uns in der Kinder- und Jugendpsychiatrie erleben wir täglich, wie groß der Leidensdruck der betroffenen Familien ist. 2027 eröffnen wir eine Spezialstation für schulvermeidende Kinder und Jugendliche. Damit übernehmen wir Verantwortung und schaffen ein dringend benötigtes Angebot. Jetzt brauchen wir eine stärkere Unterstützung durch Politik und Gesellschaft, damit betroffene Kinder rechtzeitig die Hilfe erhalten, die sie brauchen", bekräftigt Dr. Neuhaus.
„Prävention ist kein Kostenfaktor, sondern eine Investition in die Zukunft unserer Region. Sie verbessert die Lebensqualität der Menschen, stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt und kann langfristig auch unser Gesundheits- und Sozialsystem entlasten. Genau deshalb müssen wir mentale Gesundheit endlich den Stellenwert geben, den sie verdient", so Eva Bender abschließend.