Zehn pinke Paddel schlagen im selben Takt ins Wasser des Maschsees und das schmale Boot schießt nach vorn, vom Heck ruft Taktgeberin Niki den Rhythmus. Mittendrin sitzt Eva Bender und zieht mit.

Am vergangenen Montag hat die Kandidatin für das Amt der Regionspräsidentin gemeinsam mit den Hannover Pinkx trainiert. Statt Reden zu halten, hat Bender selbst angepackt: umgezogen, aufgewärmt, abgelegt.

Nicht nur Tempo, sondern auch Miteinander

Vor dem Start zählt nicht das Tempo, sondern das Miteinander. Beim Aufwärmen darf jede Frau eine Übung vorschlagen, eine nach der anderen lockert Schultern, Arme und Rücken. Dann packen alle gemeinsam an und tragen das Boot ins Wasser. Draußen auf dem See öffnet sich der Blick in alle Richtungen, die Sonne glitzert auf dem Wasser, die Stimmung ist gelöst. Gepaddelt wird kräftig, gelacht wird noch mehr. „Echt anstrengend, aber echt klasse Stimmung!“, ruft Bender außer Atem.

Die Hannover Pinkx sind eine Untergruppe der ‚Pinken Zitronen Hannover‘. Das gemeinsame Paddeln ist dabei weit mehr als Sport: Es hilft Frauen während und nach einer Brustkrebserkrankung, wieder zu Kräften zu kommen. „Alles kann, nichts muss“ lautet das Motto – jede Frau soll das Angebot finden, das zu ihr passt. Im Mittelpunkt der Drachenbootgruppe stehen Halt und gegenseitige Unterstützung. Hier wird geredet, getröstet und zusammengehalten; man sitzt eben gemeinsam in einem Boot, im wahrsten Sinne des Wortes. Wer mitmachen möchte, ist willkommen.

Klasse Zusammenhalt und Rückhalt, der mich beeindruckt. Auf so vielen Ebenen unterwegs und mit einer Wahnsinnspower!
Eva Bender

2025 sind die Frauen zum ersten Mal bei einer Weltmeisterschaft an den Start gegangen – darauf sind sie mächtig stolz. „Man muss ein bisschen bekloppt sein“, sagen sie über sich selbst und lachen. Bender beeindruckt das sichtlich.

Genau hier setzt Bender an, als das Gespräch vom Sport zur Gesundheit wechselt. Sie hat mit den Frauen über Unterstützungsangebote und medizinische Versorgung gesprochen – ein Thema, das für sie zentral ist. Ihr Ziel: eine moderne Gesundheitsversorgung, die für alle erreichbar ist. Vorsorge und die Aufklärung über Frauenkrankheiten will sie ausbauen. Genau diese Aufklärung leisten auch die Pinken Zitronen und nehmen vielen Menschen, insbesondere jüngeren Frauen, damit die Angst. Für Bender gehört beides zusammen: starke Gemeinschaften, die Halt geben, und eine Versorgung, die niemanden zwingt, für eine gute Behandlung quer durch die Region zu fahren.

Aufklärung nimmt die Angst. Wenn Frauen früh wissen, worauf sie achten müssen, kann das Leben retten.
Hannover Pinkx

Zurück am Steg sind die Arme schwer, aber die Gesichter zufrieden. Bender bleibt noch, hört zu, fragt nach. Bevor sie geht, bedankt sie sich bei den Frauen: „Vielen Dank, dass ich bei euch Powerfrauen dabei sein durfte!“

Was bleibt, ist mehr als ein anstrengendes Training: Es ist das Bild von Frauen, die sich gegenseitig tragen. Im wahrsten Sinne des Wortes in einem Boot.