Eva Bender zu den Ergebnissen der Aufsichtsratssitzung und Lage bei Volkswagen
Zur anhaltenden Unsicherheit über Stellenabbau und mögliche Werksschließungen im Volkswagen-Konzern erklärt Eva Bender, SPD-Kandidatin für das Amt der Regionspräsidentin der Region Hannover:
Der Umgang des Volkswagen-Vorstands mit den Beschäftigten entsetzt mich. Seit Wochen verunsichern die Debatten und Gerüchte über Werksschließungen, von einem Stellenabbau historischen Ausmaßes die Belegschaft – und das unmittelbar vor den Werksferien.
Die Kolleginnen und Kollegen bei VW Nutzfahrzeuge in Hannover-Stöcken bauen seit 75 Jahren den Bulli. Sie haben in den vergangenen Jahren Zugeständnisse gemacht und Milliarden an Einsparungen mitgetragen. Ihr Dank dafür sind Schlagzeilen über Kahlschlagpläne aus der Chefetage. Das ist kein Umgang mit Menschen, die bereits viel gegeben haben, um Jobs und Standorte zu sichern.
Dass gehandelt werden muss, steht außer Frage. Aber die Art und Weise, wie man es macht, ist entscheidend.
Es geht dabei nicht nur um das Werk in Stöcken. Am Werk in Stöcken hängen in der ganzen Region Hannover zehntausende Existenzen: bei den zahlreichen Zulieferern, im Handwerk, im Einzelhandel, in jeder Familie. Wenn der Vorstand mit Standorten spielt, spielt er mit unserer ganzen Region.
Deshalb sage ich in aller Klarheit: Wir stehen fest an der Seite der Beschäftigten von VW Nutzfahrzeuge und der Zuliefererbetriebe in der Region Hannover. Heute, in den Werksferien und danach. Dass gehandelt werden muss, steht außer Frage. Aber die Art und Weise, wie man es macht, ist entscheidend. Ich erwarte, dass sich der Vorstand noch vor den Werksferien vor die Belegschaft stellt, die Spekulationen beendet und sich klar zu allen Standorten bekennt. Niemand darf mit einem mulmigen Gefühl in die Ferien geschickt werden, weil die bestbezahlten Manager des Landes ihre Hausaufgaben nicht machen.